Wo der Stress Pause macht – Warum schon wenige Minuten Natur Körper und Geist guttun

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Das Handy vibriert, vor dem Fenster rauscht der Verkehr und irgendwo telefoniert jemand lautstark. Das moderne Stadtleben ist geprägt von ständiger Erreichbarkeit und einer Fülle von Reizen, die unablässig um unsere Aufmerksamkeit konkurrieren. Umso größer ist der Kontrast, wenn wir durch einen Park schlendern oder einen Wald betreten. Statt Motorengeräuschen hören wir Vogelgezwitscher, Blätterrauschen oder das Plätschern eines Baches. Wir kommen zur Ruhe, fühlen uns geerdeter und können Abstand vom hektischen Alltag gewinnen.
Dass Grünflächen unserer Gesundheit guttun, ist längst mehr als ein Bauchgefühl und vielfach erforscht. Entscheidend ist dabei, wie wir die Natur mit unseren Sinnen erleben. Natürliche Geräusche können störenden Verkehrslärm überdecken und das subjektive Lärmempfinden verringern. Gleichzeitig wirken die Farben, Formen und Lichtverhältnisse in der Natur beruhigend auf unser Gehirn. Eine leichte Brise auf der Haut, der Schatten eines Baumes oder die kühle Luft im Wald vermitteln Ruhe und Geborgenheit. Auch unser Geruchssinn spielt eine wichtige Rolle: Im Wald nehmen wir über die Nase Duftstoffe und ätherische Öle von Bäumen und Pflanzen auf, die das Naturerlebnis zusätzlich prägen.

Wie die Natur auf den Körper wirkt
Die entspannende Wirkung der Natur lässt sich sogar messen. Studien weisen darauf hin, dass Aufenthalte im Grünen mit einer Abnahme von Stressmarkern wie dem Cortisolspiegel einhergehen können. Auch Herzfrequenz und Blutdruck können sich stabilisieren, während der Körper zunehmend in einen Erholungszustand wechselt. Bewegung, Tageslicht und angenehme Sinneseindrücke werden zudem mit Prozessen in Verbindung gebracht, die Stimmung und Wohlbefinden positiv beeinflussen. Dabei muss Natur nicht weit entfernt sein, um uns gutzutun. Schon eine kurze Pause im Park oder ein bewusster Weg durchs Grüne kann dabei helfen, das innere Tempo zu drosseln und neue mentale Energie zu gewinnen.

Natur macht Lust auf Bewegung
Naturräume regen zudem zu körperlicher Aktivität an. Eine ansprechende Umgebung macht Lust auf Bewegung, sei es bei einem Spaziergang im Park, beim Joggen durch den Wald oder bei der Gartenarbeit. Davon profitieren nicht nur Herz und Kreislauf, sondern auch die körperliche Fitness und die Konzentrationsfähigkeit.
Schon kleine Auszeiten helfen
Naturerlebnisse und Achtsamkeit gehen oft Hand in Hand. Das zeigt auch das aus Japan stammende Konzept des „Shinrin Yoku“, hierzulande besser bekannt als Waldbaden. Statt möglichst viele Schritte zu sammeln oder sportliche Höchstleistungen zu erbringen, steht hier das bewusste Erleben der Umgebung im Mittelpunkt.

Wer die entschleunigende Wirkung der Natur erleben möchte, braucht dafür weder viel Zeit noch einen Wald vor der Haustür. Bereits zehn bis 20 Minuten in naturnaher Umgebung können sich günstig auf Stressempfinden und Stimmung auswirken. Vielleicht lässt sich die Mittagspause nach draußen verlegen, der Heimweg durch einen Park führen oder das Handy für einige Minuten bewusst in der Tasche verstauen. Entscheidend ist, die Umgebung für einen Moment aufmerksam wahrzunehmen und sich selbst eine echte Pause zu erlauben. 

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