Dank moderner bildgebender Verfahren können Ärztinnen und Ärzte heute ganz genau beobachten, wie unser Herz arbeitet. Ohne eine Operation wird dabei festgestellt, ob die Herzklappen richtig schließen, der Herzmuskel gesund ist oder die Durchblutung funktioniert. An der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Med. Klinik I) der Uniklinik RWTH Aachen kommen dafür vor allem zwei Methoden zum Einsatz: die Echokardiographie, also der Herzultraschall, und die Kardiale Magnetresonanztomographie (MRT). Beide Verfahren liefern bewegte Videoaufnahmen oder dreidimensionale Modelle des schlagenden Herzens. So können die Herzspezialistinnen und -spezialisten Erkrankungen früh erkennen und gezielt behandeln.
Echokardiographie
Bei der Echokardiographie handelt es sich um einen Ultraschall des Herzens, bei dem hochfrequente Schallwellen ausgesendet und von den Gewebestrukturen des Herzens zurückgeworfen werden. Das entstehende Echo wird von den Herzkammern, Klappen und Gefäßen reflektiert und von den Geräten in ein bewegtes Schwarz-Weiß-Bild umgewandelt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der transthorakalen Echokardiographie (TTE), bei der der Ultraschallkopf von außen auf den Brustkorb gesetzt wird, und der transösophagealen Echokardiographie (TEE), bei der die Sonde über die Speiseröhre eingeführt wird. Letztere liefert besonders detailreiche Bilder, da die Speiseröhre direkt hinter dem Herzen liegt.
An der Uniklinik RWTH Aachen führt das Team um Prof. Dr. med. Ertunc Altiok, Geschäftsführender Oberarzt an der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Med. Klinik I), jährlich rund 12.000 TTEs in der Sektion III: Kardiale Bildgebung – Echokardiographie durch.
„Die TTE zeigt die Bewegung des Herzens in Echtzeit und erlaubt Rückschlüsse auf Pump- und Durchblutungsstörungen sowie krankhafte Veränderungen. Dazu zählen etwa undichte oder verengte Herzklappen, angeborene Herzfehler oder Erkrankungen des Herzmuskels“, so Prof. Altiok über das Routineverfahren. „Die Untersuchung dauert bei uns in der Regel nur 10 bis 15 Minuten und kann ambulant erfolgen.“
Um das Herz nicht nur als Querschnittbild darzustellen, können spezielle Ultraschallgeräte auch 3D-Modelle des schlagenden Herzens abbilden. „Unsere Klinik nutzt die 3D-Echokardiographie als Vorreiterin auf diesem Gebiet“, erklärt Prof. Altiok. „Diese Technik ermöglicht besonders präzise Einblicke, etwa in die linke Herzkammer. Auch vor Herzklappeneingriffen liefert uns die 3D-Echokardiographie wichtige Informationen zur Anatomie und dem Schweregrad der zu Grunde liegenden Erkrankung.“ Zusätzlich lassen sich mithilfe der sogenannten Farb-Doppler-Untersuchung auch Blutflussgeschwindigkeiten in den Arterien per Echokardiographie messen. So erkennen die Herzmedizinerinnen und Herzmediziner mögliche Verengungen der Blutkanäle in unserem lebenswichtigen Organ.
Kardiale Magnetresonanztomographie
Die Kardiale MRT kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn nach einer ausführlichen Echokardiographie noch offene Fragen bestehen. Sie ermöglicht eine besonders detaillierte und bewegte Darstellung der Herzstruktur und des Gewebes. So lassen sich etwa die Funktion des Herzmuskels oder die Vernarbung des Gewebes nach einem Herzinfarkt beurteilen und mögliche Entzündungen im Herzen erkennen.
Ein großer Vorteil der MRT ist die Möglichkeit, den Blutfluss im Herzmuskel sichtbar zu machen. So kann das Team um Oberarzt Dr. med. Michael Frick an der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin (Med. Klinik I) der Uniklinik RWTH Aachen beurteilen, ob das Netz aus Blutbahnen rund um unser Herz richtig arbeitet. „Wenn das Herz unter Belastung nicht richtig durchblutet wird, können wir das mithilfe der Kardialen MRT feststellen. Auch nach einer Stent- oder Bypass-Operation sehen wir, ob der Blutfluss wieder korrekt hergestellt wurde“, erläutert Dr. Frick die Einsatzmöglichkeiten der Methode.
Rund 2.000 Herz-MRTs führt das Team der Med. Klinik I der Uniklinik RWTH Aachen jedes Jahr durch. Dank detailreicher Bilder werden komplexe innere Strukturen des Herzens auch ohne Röntgenstrahlung erkennbar. Die Sektion IV: „Kardiale Bildgebung – Kardiale Magnetresonanztomographie“ der Klinik ist sowohl von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als auch von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie auf dem höchsten Level zertifiziert.
„Jede Untersuchung planen unsere Kardio-MRT-Expertinnen und -Experten individuell nach klinischer Fragestellung und angepasst an die Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten. Die Beurteilung der Ergebnisse findet durch Kardio-MRT-zertifizierte Kardiologinnen und Kardiologen statt“, ergänzt Dr. med. Michael Frick.









