Wie wichtig ist Vitamin D?
Viele kennen es als das „Sonnenvitamin“: Vitamin D wird, anders als andere Vitamine, nur zu einem sehr geringen Teil über die Nahrung aufgenommen. Dafür kann der Körper den Stoff mithilfe von UVB-Strahlung sehr gut selbst produzieren und somit im Normalfall 80 – 90 Prozent der Versorgung eigenständig abdecken. Doch was, wenn der deutsche Winter die Tage verkürzt und die Sonne sich rarmacht?
Vitamin D ist wichtig für unsere Knochengesundheit und das Immunsystem, zudem hat es einen Einfluss auf die Muskelkraft. Trifft Sonne auf unbedeckte menschliche Haut, wird zunächst die instabile Vorstufe Prävitamin D3 gebildet, das dann schnell in Vitamin D umgewandelt wird. Ist mal weniger Sonne vorhanden, zum Beispiel in Wintermonaten, kann körperliche Aktivität weiterhelfen: Diese setzt Vitamin D frei, das zuvor im Fett- und Muskelgewebe gespeichert wurde. „Für schlechte Zeiten“, wie Oma sagen würde.
Trotzdem haben rund 41 Prozent der erwachsenen Deutschen einen Vitamin-D-Mangel, wie aus einem Bericht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) aus dem Jahre 2023 hervorgeht. Ist es also grundsätzlich sinnvoll, Vitamin-D-Präparate einzunehmen?
Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel: Risikogruppen können profitieren
Auf diese Frage gibt es auch unter Expertinnen und Experten keine pauschale Antwort. Denn: Ob die körpereigene Bildung von Vitamin D ausreicht, um optimal versorgt zu sein, hängt unter anderem von Merkmalen wie Alter oder Hauttyp ab. Zu den Risikogruppen zählen ältere Menschen sowie Personen, die aufgrund ihres Lifestyles oder Erkrankungen sehr viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Darüber hinaus bilden dunklere Hauttypen aufgrund des erhöhten Melaningehalts weniger Vitamin D. Für bestimmte Gruppen kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln also durchaus sinnvoll sein.
Menschen ohne erhöhtes Risiko sollten sich die blinde Einnahme eines Präparats jedoch gut überlegen, und optimalerweise ärztlich abklären lassen. „Vor allem die Einnahme von hochdosierten Vitamin-D-Präparaten, also solche mit über 800 IE, sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen“, so Prof. Dr. med. Josef van Helden, Lehrbeauftragter am Institut für Molekulare Pathobiochemie, Experimentelle Gentherapie und Klinische Chemie an der Uniklinik RWTH Aachen. Der Experte weiß, wie wichtig eine gute Versorgung mit Vitamin D für das Immunsystem ist. Nichtdestotrotz stellt er klar: „Für Menschen ohne erhöhtes Risiko reichen in der Regel regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft, sportliche Betätigung und idealerweise ein bis zwei Fischgerichte pro Woche aus, um die Versorgung zu decken.“








