Der DAISY Award an der Uniklinik RWTH Aachen

Wer an prägende Erlebnisse in einem Krankenhaus zurückdenkt, erinnert sich meist nicht an Unter- suchungen, Abläufe oder technische Geräte. Oft sind es die Menschen mit einem offenen Ohr, einem tröstenden Wort oder einer helfenden Hand, die in Erinnerung bleiben. An der Uniklinik RWTH Aachen sind es häufig diese Begegnungen, die Patientinnen, Patienten und ihren Angehörigen Kraft geben und in herausfordernden Situationen Mut machen. Genau diese Geschichten stehen im Mittelpunkt des DAISY Awards. Die internationale Auszeichnung würdigt Pflegefachpersonen und Hebammen, die durch besondere fachliche Kompetenz, Mitgefühl und menschliche Nähe einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Jede Nominierung ist mit einer persönlichen Geschichte verbunden und hinter jeder Auszeichnung steht ein Mensch, der für andere den kleinen, aber oft entscheidenden Unterschied gemacht hat.

Eine dieser Personen ist Birgit Klaßen, die seit vielen Jahren als Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der PM01 der Klinik für Palliativmedizin arbeitet. Sie hat den ersten DAISY Award an der Uniklinik gewonnen. Überreicht wurde dieser im Rahmen eines Überraschungsbesuches auf Station durch Pflegedirektorin Jasmin Shmalia.
Die Nominierung für den DAISY Award hatte Kollegin Lena Siemens eingereicht, die Birgit Klaßen bereits während ihrer eigenen Pflegeausbildung kennenlernen durfte. Sie beschreibt Birgit Klaßen als eine Person, die nicht nur Patientinnen und Patienten aufmerksam begleitet, sondern auch für Kolleginnen, Kollegen und Auszubildende eine wichtige Ansprechpartnerin ist. Sie gibt ihr Wissen kontinuierlich weiter, unterstützt das Team im Klinikalltag und trägt damit zur Qualität der Pflege auf der Station bei. Zudem engagiert sie sich über ihre Tätigkeit am Patientenbett hinaus, indem sie Schmerztherapie in der onkologischen Fachweiterbildung mit unterrichtet. Ausschlaggebend für die Auszeichnung war aus Sicht des Komitees nicht eine einzelne Situation, sondern ihre kontinuierliche, professionelle und engagierte Haltung.

Birgit Klaßen arbeitet seit vielen Jahren auf der Palliativstation PM01 und hat den Aufbau und die Entwicklung der Station von Beginn an pflegerisch mitgestaltet. In der täglichen Arbeit zeichnet sie sich durch einen respektvollen und zugewandten Umgang mit Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen aus. Gerade in der Palliativversorgung, in der fachliche Kompetenz und menschliche Nähe eng miteinander verbunden sind, gelingt es ihr auch in herausfordernden Situationen, professionell und empathisch zu handeln. „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Für mich ist sie auch eine Anerkennung für das gesamte Team. Gute Pflege ist immer auch Teamarbeit“, bedankt sich Birgit Klaßen.

Für den Monat Juli hat das DAISY Award-Komitee Elena Münch, Pflegefachperson auf der KI08 der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, als Preisträgerin ausgewählt.
Nominiert wurde Elena Münch von den Eltern des kleinen Kindes, das als extremes Frühgeborenes mit einem Geburtsgewicht von nur 475 Gramm zur Welt kam und auf der Kinderintensivstation versorgt wurde. Nach zwei Monaten mussten sich seine Eltern Mitte Dezember von ihm verabschieden. In ihrer Nominierung beschreiben die Eltern, wie Elena Münch während des gesamten Klinikaufenthaltes ihres Sohnes an ihrer Seite war. Sie sei nicht nur fachlich für die Familie da gewesen, sondern auch als Mensch, der zuhörte, mitfühlte und in einer besonders belastenden Zeit Halt gab. Besonders in Erinnerung geblieben ist den Eltern der Abend, an dem ihr Sohn verstarb. Elena Münch habe sie in diesem schweren Moment unterstützt, ihre Trauer mitgetragen und ihnen das Gefühl gegeben, nicht allein zu sein. Auch als die Familie die Station schließlich ohne ihren Sohn verlassen musste, blieb sie an ihrer Seite.
Für das DAISY Award-Komitee zeigt die Nominierung, wie viel ein einfühlsamer Umgang in herausfordernden Situationen bewirken kann. Die Eltern schildern, dass Elena Münch ihren Sohn nicht nur versorgt, sondern ihn als kleinen Menschen mit eigener Persönlichkeit wahrgenommen und begleitet hat. Gerade auf einer Kinderintensivstation erleben Familien oft eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Umso mehr kommt es auf Menschen an, die neben ihrer fachlichen Kompetenz auch Wärme, Empathie und Nähe vermitteln.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Die Zeit mit dem Kleinen und seiner Familie hat mich persönlich bewegt und wird mir immer in Erinnerung bleiben. Dass seine Eltern mich für den DAISY Award nominiert haben, bedeutet mir sehr viel“, bedankt sich Elena Münch.

Für den Monat August kürt das DAISY Award-Komitee Maria Brosselt, Pflegefachperson auf der IM42 der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Hämostaseologie und Stammzelltransplantation (Medizinische Klinik IV), zur Preisträgerin. Nominiert wurde Maria Brosselt von einer ehemaligen Patientin, die im Herbst 2025 aufgrund einer schweren Krebserkrankung auf der IM42 behandelt wurde. Durch ihre Erkrankung war sie zeitweise vollständig auf Unterstützung angewiesen und musste lernen, mit dieser neuen Situation umzugehen. In ihrer Nominierung beschreibt die Patientin, wie Maria Brosselt ihr mit viel Herzlichkeit und einem offenen Ohr begegnete. Mit ihrer einfühlsamen und humorvollen Art hat sie ihr immer wieder Mut gemacht und ihr das Gefühl gegeben, nicht allein zu sein. Gerade an schwierigen Tagen habe Maria Brosselt ihr dabei geholfen, diese Phasen besser zu bewältigen. Auch die Angehörigen fühlten sich durch die zugewandte Art gut aufgehoben.

Mit dem DAISY Award erhält Maria Brosselt eine offizielle DAISY-Urkunde, einen DAISY-Pin sowie eine handgefertigte Skulptur der DAISY Foundation. „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Mir ist es wichtig, für die Patientinnen und Patienten da zu sein und eine Verbindung zu ihnen aufzubauen. Gerade in herausfordernden Phasen können oft schon ein offenes Ohr oder ein wenig Zuspruch viel bewirken. Dass eine Patientin mich für den DAISY Award nominiert hat, berührt mich sehr“, freut sich Maria Brosselt. 

 

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