Vielleicht haben Sie das schon einmal erlebt: Der Kopf schmerzt, Sie sind geräuschempfindlich, Ihnen ist übel und die Konzentration fällt schwer. Selbst jegliche Be- wegung ist intolerabel, weil sich alles nur noch um den pulsierenden Kopfschmerz dreht. Auch wenn die Beschwerden oft nach einem Tag nachlassen, kann die Erkrankung den Alltag dennoch stark beeinträchtigen.
Bei einer Migräne handelt es sich um einen mäßigen bis starken, meist pulsierend-pochenden Kopfschmerz. Dr. med. Iason Bartzokis, Leiter der Kopfschmerzambulanz der Klinik für Neurologie an der Uniklinik RWTH Aachen, erklärt: „Manche Menschen leiden nur einmal oder zweimal pro Jahr daran, während diese Krankheit viele andere mehrmals im Monat oder sogar fast täglich begleitet.“ Die Schmerzen können ein- oder beidseitig auftreten. Typisch für diese Erkrankung sind zudem eine ausgeprägte Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen sowie Übelkeit. Auch leichte körperliche Aktivität kann die Beschwerden verstärken. Einige Patientinnen und Patienten entwickeln bereits vor dem eigentlichen Kopfschmerz neurologische Symptome – die sogenannte Aura. Dazu zählen am häufigsten Sehstörungen, Sprachstörungen oder Missempfindungen.
Mögliche Ursachen
Die genaue Ursache einer Migräneattacke hängt in der Regel von mehreren Faktoren ab. Häufig berichten Betroffene von folgenden Triggern:
- Insbesondere Stress und psychische Belastungen spielen eine wichtige Rolle. Kreiselnde Gedanken oder Sorgen überfordern Körper und Geist und äußern sich in Form von Anspannung und Kopfschmerzen. In diesem Sinne ist eine Migräne ein deutliches Warnsignal des Körpers, mehr auf die persönlichen Bedürfnisse zu achten.
- Wetterumschwünge: Temperaturstürze, Luftdruckschwankungen und hohe Luftfeuchtigkeit können bei sensiblen Personen Migräneattacken auslösen.
- Hormonschwankungen: Ebenso kann das Hormon Östrogen Attacken begünstigen. Dies erklärt, warum
Frauen häufiger als Männer betroffen sind. „Attacken können auftreten, wenn der Östrogenspiegel schwankt. Manche Frauen leiden kurz vor,
während oder kurz nach ihrer Periode unter Migräne“, erklärt Dr. Bartzokis.
Schmerzen lindern
Es gibt sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen, um die Krankheit zu behandeln. Bei leichten Attacken kommen einfache Schmerzmittel (wie Ibuprofen)
zum Einsatz, obwohl die effizientesten Medikamente die sogenannten Triptane sind. Allerdings sollte man auf eine frühe Einnahme achten, damit sie optimal wirken, und zudem eine Überdosierung vermeiden. Bei Patientinnen und Patienten mit häufigen Migräneattacken ist eine Aufklärung notwendig, um einen Kopfschmerz durch Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln zu vermeiden. Hier spielt eine effektive medikamentöse Prophylaxe eine wichtige Rolle.
Ein weiteres wirksames Mittel zur Verringerung von Häufigkeit und Intensität der Migräneattacken sind Entspannungsübungen. Besonders effektiv ist die Progressive Muskelrelaxation. Die Vorteile dieses Verfahrens sind das schnelle Erlernen der Technik sowie die unkomplizierte Anwendung im Alltag. Für eine nachhaltige Schmerzlinderung ist es empfehlenswert, die Übungen täglich 15 bis 20 Minuten durchzuführen.
Kälteanwendungen können Kopfschmerzen ebenfalls spürbar lindern. Ein eiskalter Waschlappen auf Stirn oder Schläfen wirkt oft wohltuend. Während einer akuten Attacke kann auch eine gekühlte Gelbrille aus dem Eisfach hilfreich sein: eine Minute auflegen, kurze Pause einlegen und den Vorgang dreimal wiederholen.









