Hilfe, mein Kind ist krank: Die häufigsten Kinderkrankheiten im Überblick

@ Aleksandr - Adobe.stock

Wenn der Nachwuchs morgens selbst den heiß geliebten Fruchtquark nicht anrührt, ahnen es die meisten Eltern schon – das Kind wird krank. Vielleicht „brütet“ es eine Schnupfnase aus, vielleicht handelt es sich aber auch um eine Erkältung oder sogar eine Kinderkrankheit. apropos gibt einen Überblick über die sechs wichtigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter.

Keuchhusten (Pertussis)

Ein normaler Husten klingt oft nach einer Woche wieder ab, Keuchhusten hingegen nimmt über mehrere Wochen hinweg an Intensität zu. Die Kleinen leiden nach anfänglichen klassischen Erkältungssymptomen (Schnupfen, Heiserkeit, gelegent-licher Husten) unter mehrwöchigen krampfartigen Hustenanfällen, die bis zur Atemnot gehen können. Die Anfälle enden meist mit einem keuchenden Geräusch beim Luftholen. Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit können als Begleiterschei-nungen auftreten. Die akute Infektion der Atemwege ist sehr ansteckend und wird über die Luft übertragen. Wichtig: Während der Hustenanfälle sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind aufrecht mit leicht vorgebeugtem Kopf sitzt.

Masern

Erkrankt der eigene Nachwuchs an Masern, bemerken Sie zunächst grippeähnliche Symptome wie Schnupfen, Fieber oder Halsschmerzen. Wirkt Ihr Kind zusätzlich müde und gesellen sich Kopfschmerzen und trockener Husten hinzu, sollten Sie die Haut Ihres Kindes auf ungewöhnliche Veränderungen untersuchen. Bei Masern bilden sich im Vorstadium an der Wangenschleimhaut rot umrandete weiße Flecken, gefolgt von ansteigendem Fieber und einer zunehmenden Entzündung im Mund- und Rachenraum. Die typischen hellroten Punkte auf der Haut treten häufig zuerst hinter den Ohren auf und breiten sich dann über das Gesicht und anschließend über den gesamten Körper aus. Klingt die Infektion ab, verfärben sich die Flecken zunächst bräunlich bis violett und verblassen nach einigen Tagen.

Mumps

Wenn Sie eine schmerzhafte Schwellung am seitlichen Kopf- und Hals-Bereich feststellen und grippeähnliche Beschwerden hinzukommen, deutet alles auf eine Mumps-Infektion hin. Die charakteristischen „Hamsterbacken“ werden durch entzündete Ohrspeicheldrüsen hervorgerufen. Die auch als Ziegenpeter bekannte ansteckende Kinderkrankheit überträgt sich durch Tröpfcheninfektionen und verläuft meist harmlos.

Röteln

Sie haben kleine, fleckige, rote sowie erhabene Punkte auf dem Körper Ihres Kindes entdeckt? Dann könnte es sich um Röteln handeln. Der ansteckende Hautausschlag beginnt typischerweise hinter den Ohren und breitet sich von dort über das Gesicht und den gesamten Körper aus. Der für Röteln typische Hautausschlag unterscheidet sich zu dem von Masern dadurch, dass die Flecken nicht miteinander verschmelzen. Zudem sollten Sie Röteln nicht mit Ringelröteln verwechseln. An Ringelröteln erkrankte Kinder weisen große rote Flecken im Bereich der Nase und Wangenpartie auf. Nach ein bis zwei Tagen sind die Flecken auch auf den Armen und Beinen sichtbar.

Scharlach

Himbeerrote Zunge, starke Halsschmerzen und ein kaum juckender Hautausschlag sind typische Anzeichen für Scharlach. Ein vom Ausschlag ausgesparter dreieckiger Bereich um den Mund herum sowie geschwollene Lymphknoten und Mandeln sind weitere charakteristische Merkmale. Nach rund ein bis drei Wochen verblasst der Hautausschlag und die Haut fängt an, sich zu schuppen, insbesondere an den Handinnenflächen und den Fußsohlen.

Windpocken

Windpocken treten in der Regel im frühen Kindesalter auf. Verursacht durch Varizella-Zoster-Viren gehen die ansteckenden, rot umrandeten, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen üblicherweise mit einem starken Juckreiz und Fieber einher. Die in Schüben auftretenden Flecken und Bläschen trocknen nach ein paar Tagen ab und verkrusten. In den meisten Fällen verlaufen Windpocken mild und heilen ohne Komplikationen wieder aus. Vorsicht: Ein aufgekratztes Windpockenbläschen kann eine lebenslange Narbe hinterlassen.

KRANKHEITEN RICHTIG AUSKURIEREN

Wenn die eigenen Sprösslinge noch nicht mitteilen können, was ihnen fehlt oder wo es ihnen weh tut, ist die Sorge bei jeder noch so kleinen Veränderung der Haut oder des Gemütszustands groß. Deshalb gilt bei allen Kinderkrankheiten: auskurieren! Schicken Sie Ihren Nachwuchs nicht zu schnell wieder in den Kindergarten oder die Schule. Der kindliche Organismus braucht viel Zeit und Ruhe, um wieder gesund zu werden.

Im Rahmen des Masernschutzgesetzes müssen Eltern seit dem 1. März 2020 nachweisen, dass ihr Kind vor Eintritt in eine Gemeinschafts-einrichtung (Kindergarten, Kindertagesstätte oder Schule) die von der STIKO empfohlenen Impfungen gegen Masern erhalten hat.

RUNDUMSCHUTZ VON KLEIN AUF

In den ersten Monaten stehen neben Vorsorgeuntersuchungen vor allem Impfungen an erster Stelle, um die Gesundheit von Babys und Kleinkindern zu schützen. Zwar gibt es in Deutschland keine Impfpflicht (mit Ausnahme der seit 2020 bestehenden gesetzlichen Impfpflicht gegen Masern für bestimmte Personengruppen), dennoch ist eine Infektion gegenüber einer Schutzimpfung mit viel mehr Risiken verbunden. Je nach Impfung erfolgt der kleine Piks alle vier bis sechs Wochen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt (Stand 25.01.2024):

Ab einem Alter von sechs Wochen eine Schutzimpfung gegen:

  • Rotaviren

Ab einem Alter von zwei Monaten eine Schutzimpfung gegen:

  • Diphtherie
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Wundstarrkrampf (Tetanus)
  • Pneumokokken
  • Hirnhaut- und Kehlkopfentzündung (Haemophilus influenzae Typ b)
  • Hepatitis B
  • Kinderlähmung (Polio)
  • Ab dem 11. bis 14. Monat eine Schutzimpfung gegen:

    • Masern
    • Mumps
    • Röteln
    • Varizellen (Windpocken)

    Ab dem 12. Monat eine Schutzimpfung gegen:

    • Meningokokken C

Während der Schwangerschaft gibt die Mutter über die Nabelschnur bereits Antikörper an das ungeborene Kind ab, damit es eine erste Grundimmunität erhält. Frauen mit Kinderwunsch sollten deshalb bereits vor einer geplanten Schwangerschaft ihren Impfstatus überprüfen lassen. Zum empfohlenen Impfschutz in der Schwangerschaft oder Stillzeit berät Sie Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt.

Abo Abo
Newsletter Newsletter
stiftung Stiftung
AC Forscht Aachen forscht

Archiv