Achtung, heiß!

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Vom Silvesterfeuerwerk über die heiße Backofentür bis hin zur platzenden Wärmflasche: Brandverletzungen entstehen schneller, als man denkt. Was im Ernstfall hilft und wie Sie typische Gefahrenquellen zu Hause entschärfen.

Wärmflasche, Heizdecke und Körnerkissen sind unsere liebsten Begleiter in der kalten Jahreszeit. Doch gerade diese Wohlfühlhelfer bergen Risiken, wenn sie zu heiß sind oder das Material nicht standhält. Kommt es dabei zu einer Verbrennung, lohnt sich zunächst ein Blick auf den Schweregrad: Verbrennungen ersten Grades äußern sich durch Rötung, beim zweiten Grad kommt es zur Blasenbildung. Sind alle Hautschichten betroffen, handelt es sich um Grad drei bis vier – in jedem Fall ein Notfall für die ärztliche Behandlung.

Erste Hilfe zu Hause
Leichte Verbrennungen lassen sich gut selbst versorgen. „Tragen Sie niemals
vermeintliche Hausmittel wie Öle oder Zahnpasta auf. Die Verletzung wird dadurch häufig verschlimmert und die Beurteilbarkeit der Verbrennungstiefe erschwert“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Justus P. Beier, Klinikdirektor der Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie an der Uniklinik RWTH Aachen, und führt weiterhin aus: „Eine Reinigung unter sauberem Leitungswasser sowie die Abdeckung mit einer sterilen Wundauflage ist immer empfehlenswert.“ Kühlen ist in der Regel nicht notwendig und kann bei größeren Verletzungen sogar schaden.

Toasted-Skin-Syndrom
Im Netz häufen sich aktuell Bilder zum Toasted-Skin-Syndrom. Dabei entstehen netzartige, rotbraune Hautmuster durch übermäßige Wärmeeinwirkung, von Wärmflaschen. Besser ist eine Wärmepause oder ein langfristiger Umstieg auf Körnerkissen und -kuscheltiere für die Mikrowelle. „Geplatzte Wärmflaschen stellen eine der häufigsten Ursachen für Verbrühungen dar“, sagt Prof. Beier.

Haushaltsunfälle bei Kindern und Jugendlichen
Die Initiative für brandverletzte Kinder Paulinchen e. V. zählt jährlich rund 30.000 Kinder und Jugendliche mit Verbrennungsverletzungen in medizinischer Behandlung, etwa 7.000 davon stationär. Gefahren befinden sich vor allem im Haushalt: „Eine weit verbreitete Verletzung bei Kindern ist die sogenannte Latzverbrühung“, erklärt Prof. Beier. Sie entsteht, wenn kleine Kinder Behälter mit heißer Flüssigkeit von der Arbeitsplatte ziehen. Eine konsequente Sicherung der Heißgetränke oder das Abstandhalten von Kindern von Herd, Grill und Kaminofen hilft, diese Unfälle zu vermeiden.

Tipps für den Haushalt

  • Heißgetränke immer außer Reichweite abstellen
  • Kinder nicht unbeaufsichtigt in der Küche spielen lassen
  • Herd, Backofen und Kamin absichern
  • Am besten auf Körnerkissen umsteigen
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